|
23. Jahrgang - Heft 4/2002
Stressbewältigung in der
Verhaltensmedizin Zusammenfassung. In dieser Übersichtsarbeit werden 58 empirische Arbeiten zusammengefasst, die sich mit der Evaluation von Interventionen zur Stressbewältigung in verhaltensmedizinischen Arbeitsfeldern befassen. Obwohl Stressbewältigungsmaßnahmen eine große Bandbreite der eingesetzten Methodenbausteine aufweisen, lässt sich ihre Struktur gemäß Meichenbaums Dreiteilung auf Edukation, Übung und Anwendungstraining reduzieren. Die Anwendungsbereiche von Maßnahmen zur Belastungsreduktion betreffen neben Schmerzbewältigung die Reduktion von Stress bei belastenden medizinischen Behandlungsmaßnahmen, die Verbesserung des Krankheitsmanagements bei chronischen Erkrankungen und seit neuerer Zeit die Verbesserung der Immunkompetenz bei HIV-Infektion. Die narrative Analyse der Studien zeigt, dass Interventionsmaßnahmen zur Stressbewältigung in der Lage sind, Bewältigungskompetenzen zu steigern, Belastungen zu reduzieren und über Veränderungen physiologischer Prozesse Beschwerden zu minimieren. Allerdings wurden Veränderungen in keiner der Studien auch gleichzeitig auf diesen vier Ebenen kontrolliert erfasst. Abschließend werden die Studien unter dem Gesichtspunkt zusammengefasst, welche Rückschlüsse auf die Wirkfaktoren möglich sind. Schlüsselwörter: Stressbewältigung,
Stressmanagement, Verhaltensmedizin Cognitive-behavioral stress management interventions in behavioral medicine Abstract. This review summarizes 58 empirical articles evaluating cognitive-behavioral stress management interventions in behavioral medicine. Cognitive-behavioral stress management (CBSM) includes techniques that vary broadly within the spectrum of behavior therapy. Nevertheless their basic structure can be reduced to Meichenbaums three phases of conceptualization, skills acquisition/rehearsal, and application. Application of CBSM concerns chronic pain, preparation for stressful medical operations, illness-management in chronic diseases and recently progressing: enhancing of immune competence in HIV-infection. Analysis of studies shows that CBSM can improve coping, belittle stress and reduce complaints by changing physiological parameters. However, none of the reviewed studies registered changes in all of these four levels. Finally the studies are summarized concerning the implications for possible working mechanisms of CBSM. Key words: stress, stress management, behavioral medicine Dr. Frank Kaspers
|