| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN 22. Jahrgang / Heft 3 - 2001
Stellenwert von
Lebensereignissen für Entwicklung und Ausprägung von Zwangssyndromen
Irmgard Oberhummer
Verhaltenstherapeutische Praxis, Wien
Zusammenfassung.
Anhand der Anamnese von 29 Patienten einer
verhaltenstherapeutischen Praxis mit der Diagnose eines
Zwangssyndroms soll die Bedeutung signifikanter, belastender
und traumatischer Lebensereignisse (SLE) für die Entwicklung,
aber auch die spezifische Thematik, im Rahmen der
multifaktoriellen Genese von Zwangserkrankungen hervorgehoben
werden. Es wird angenommen, dass vor allem kognitiv nicht bewältigte
Ereignisse und Problembereiche, welche in der Exploration oft
nicht unmittelbar zugänglich sind, eine Rolle spielen.
Zwangsauslösende Hinweisreize können insbesondere im Beginn
der Erkrankung das Thema dieser traumatischen Erfahrungen
widerspiegeln, wobei ein assoziativer Zusammenhang zu
gespeicherten emotionalen Inhalten angenommen wird. Diese
Ereignisse können sehr unterschiedlich sein:
Krankheitserfahrungen, häufig soziale Konflikte,
Missbrauchserlebnisse, familiäre Probleme und sowohl
punktuell als auch langanhaltende Belastungssituationen.
Anamneserhebung und Therapieplanung werden diskutiert.
Schlüsselwörter:
Zwangserkrankungen, signifikante, belastende Lebensereignisse,
therapeutische Konsequenzen.
Dr. Irmgard Oberhummer
Schubertring 8
A-1010 Wien
Oberhummer@compuserve.com
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