| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN 22. Jahrgang / Heft 3 - 2001
Humor in der
Psychotherapie
Ergebnisse einer vergleichenden Einzelfallstudie
Franz Dumbs, Hans Reinecker
Lehrstuhl für Klinische Psychologie, Otto-Friedrich-Universität
Bamberg
Zusammenfassung.
In dem Artikel erfolgt zunächst eine theoretische
Auseinandersetzung mit dem Begriff „Humor“ sowie eine
Zusammenfassung von bislang diskutierten Möglichkeiten und
Wirkungen seines Einsatzes in der Psychotherapie.
Anschließend wird eine empirische Studie hierzu vorgestellt,
die am Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Universität
Bamberg durchgeführt wurde. Im Rahmen einer vergleichenden
Einzelfallstudie wurden je eine erfolgreiche und eine weniger
erfolgreiche Verhaltenstherapie unter zwei verschiedenen
Therapiebedingungen miteinander verglichen. Der Unterschied
bestand darin, ob und inwieweit Humor intentional im Sinne
eines humorvoll-provokativen Stils eingesetzt wurde. Neben
einer inhaltlich-qualitativen Auswertung der Therapiesitzungen
erfolgte eine systematische Interaktionsanalyse der
Verhaltensbeobachtungen und eine Erfassung der subjektiven
Bewertungen von Klientinnen und Therapeuten. Als wesentliche
Ergebnisse können festgehalten werden: Humor kann
wirkungsvoll zur langfristigen Veränderung problematischer
Einstellungs- und Verhaltensmuster eingesetzt
werden. Zwischen den beiden Therapiebedingungen finden sich
hinsichtlich des beobachteten Interaktionsgeschehens mehr
Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Auffällig bei der
Betrachtung der erfolgreicheren und der weniger erfolgreichen
Therapie unter der Humorbedingung ist die unterschiedlich
gezeigte affektive Reaktion der Klientinnen auf den
therapeutischen Humor.
Schlüsselwörter:
Humor, Humor in der Therapie, Psychotherapieforschung,
Wirkfaktoren
Univ.-Prof.
Dr. Hans Reinecker
Dipl.-Psych. Franz Dumbs
Lehrstuhl für Klinische
Psychologie der Universität Bamberg
Markusplatz 3
Postfach 1549
D-96047 Bamberg
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