| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN 22. Jahrgang / Heft 3 - 2001
Handlungsplanung
und Zielstruktur bei Sozialen Phobien
Anette Hiemisch, Antje Becker, Rainer Westermann,
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Zusammenfassung.
Aktuelle Erklärungsansätze Sozialer Phobien betonen die
Relevanz der von den Betroffenen in sozialen Situationen
verfolgten Ziele und legen so eine handlungstheoretische
Analyse des Störungsbildes nahe. In der vorgestellten
Untersuchung werden Handlungsplanung und Zielstruktur bei
Konfrontation mit angstbesetzten sozialen Situationen
betrachtet. Auf der Grundlage der Rubikontheorie von
Heckhausen und Gollwitzer wurde ein handlungstheoretisches
Interview entwickelt, mit dem 15 sozialphobische Pbn und 12
Kontrollpersonen zur Handlungsregulation in sozialen
Situationen befragt wurden. Sozialphobische Pbn stellen sehr
viel mehr planende Überlegungen an als die Pbn der
Kontrollgruppe, diese münden jedoch nicht in einen
konsistenten Handlungsplan, da neben realisierungsbezogenen
Inhalten zusätzlich über Sicherheitsverhalten und Vermeidung
nachgedacht wird. Darüber hinaus benennen sozialphobische Pbn
deutlich mehr relevante Ziele als die Pbn der Kontrollgruppe.
Dies ist ebenfalls auf die größere thematische Heterogenität
der Inhalte zurückzuführen. Die Bedeutung der Ergebnisse
sowie mögliche therapeutische Implikationen werden in Bezug
auf das kognitive Modell Sozialer Phobien von Clark und Wells
diskutiert.
Schlüsselwörter:
Soziale Phobien, Rubikontheorie, Handlungsplanung,
Zielstruktur, Handlungsregulation.
Dr. Anette Hiemisch,
Dipl.-Psych.
Institut für Psychologie
Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Franz-Mehringstraße 47
D-17487 Greifswald
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