VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

22. Jahrgang / Heft 2 - 2001


Verhaltenstherapeutische Gruppensupervision aus der Sicht von Ausbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmern
Kathrin Schön, Renate Frank, Dieter Vaitl
Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen

Zusammenfassung. Entwicklungs- und sozialpsychologische Modelle geben zwar Aufschluss über Lernprozesse in Einzelsupervisionen, lassen jedoch offen, welche besonderen Chancen und Risiken der Lernkontext "Gruppe" mit sich bringt. Wir gehen der Frage nach, welche Aspekte von Gruppensupervisionen aus der Sicht der Supervidierten besonders wichtig sind und welche Lernbedingungen als günstig bzw. ungünstig erlebt werden. Dazu befragten wir 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer dreijährigen Verhaltenstherapie-Ausbildung regelmäßig nach jeder Supervisionssitzung. Die qualitativ-inhaltsanalytische Auswertung der Kommentare zeigt, dass in der verhaltenstherapeutischen Supervision eine gut strukturierte Fallarbeit im Mittelpunkt steht. Auf der Basis eines vertrauensvollen Arbeitsklimas werden die Gruppenmitglieder dabei als eine wichtige Quelle von Anregungen, aber auch von Entlastung erlebt. Gruppenkonflikte, die eine zielorientierte Zusammenarbeit in der Supervision behindern können, sowie die Bedeutung der individuellen Mitarbeits- und Reflexionsbereitschaft der Supervidierten werden genauer beleuchtet.

Schlüsselwörter: Psychotherapie-Supervision, Gruppenkontext, Verhaltenstherapie-Ausbildung, qualitative Inhaltsanalyse

Dipl.-Psych. Kathrin Schön
Dr. Renate Frank
Prof. Dr. Dieter Vaitl
Fachbereich 06 (Psychologie und Sportwissenschaft)
Abteilung Klinische und
Physiologische Psychologie
Justus-Liebig-Universität Gießen
Otto-Behaghel-Str. 10
D-35394 Gießen


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