| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN 21. Jahrgang / Heft 4 - 2000
Themenheft: „Therapeutische Beziehung“
Herausgeber: H. Mackinger, D. Zimmer
Interaktive
Beziehungsmuster und ihre Bedeutung für psychotherapeutische
Veränderungen
Eva Bänninger-Huber und Christine Widmer
Zusammenfassung.
Anhand von Videoaufnahmen wurden Prozesse der affektiven
Kommunikation in Psychotherapien untersucht. Im Zentrum stand
die Frage, welche Reaktionen und Interventionen eines
Therapeuten in welchen affektiven Situationen
psychotherapeutische Veränderungen begünstigen. Zwei Typen
von Interaktionsmustern,
die im Kontext von erzählten Schuldgefühlen in der aktuellen
Beziehung zwischen Klient und Therapeut wiederholt auftreten,
wurden identifiziert und beschrieben. Es handelt sich dabei um
spezifische Beziehungsangebote des Klienten an den
Therapeuten, die durch spezifische verbale und nonverbale
Verhaltensweisen gekennzeichnet sind. Während den sog. Prototypischen
Affektiven Mikrosequenzen (PAMs)
eine grundlegende Rolle für die Aufrechterhaltung einer
stabilen Arbeitsbeziehung zukommt, haben die sog. traps
die Funktion, durch die Erzählung reaktivierte konfliktive
Affekte (Schuldgefühle) eines Klienten interaktiv
auszuregulieren. Analysen produktiver Therapiesequenzen
unterstützen die theoriegeleitete Annahme, wonach die
Aufrechterhaltung der Balance zwischen sicherer
Arbeitsbeziehung und einem optimalen Maß an Konfliktspannung
durch den Therapeuten psychotherapeutische Veränderung fördert.
Schlüsselwörter: psychotherapeutische
Beziehung, psychotherapeutische Veränderung, interaktive
Beziehungsmuster, Emotionen, Schuldgefühle, Facial Action
Coding System (FACS)
Univ.-Prof.
Dr. Eva Bänninger-Huber
Institut für Psychologie der
Universität Innsbruck
Innrain 52
A-6020
Innsbruck
E-mail: Eva.Baenninger-Huber@uibk.ac.at
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