| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN Heft 4 - 1999
Michael Johannes Foltys,
Ulf Kröhne, WernerTrabert
Zum Einsatz von Videofeedback bei Patienten mit Zwangsstörungen
Zusammenfassung. Bei länger bestehender
Zwangssymptomatik haben Zwangspatienten oft Schwierigkeiten,
ihre Zwangshandlungen als solche zu erkennen (Ich-Syntonie der
Symptomatik). Daraus können sich erhebliche Probleme für die
Verhaltenstherapie ergeben (Foltys & Trabert, 1996). An
einer Stichprobe von 25 Patienten mit Zwangsstörung wird
gezeigt, daß sich die Wahrnehmung von Verhaltensweisen der
Patienten als „Zwangshandlungen“ durch Videofeedback
dieses Verhaltens verbessern läßt. Eine weitere Verbesserung
läßt sich durch eine anschauungsbezogene Kommentierung der
Video-Aufnahmen durch den Therapeuten erreichen. Auf diese
Weise kann hinsichtlich der Bewertung der Zwangshandlungen
durch den Patienten zunehmende Ich-Dystonie erarbeitet werden
und so seine Compliance in der Verhaltenstherapie,
insbesondere bei Reizkonfrontation mit Reaktionsverhinderung,
gefördert werden. Geeignete Verhaltensstichproben für die
Anwendung der Videofeedback-Technik werden
vorgeschlagen.
Schlüsselwörter: Zwangsstörung,
Videofeedback, Ich-Syntonie, Ich-Dystonie, Verhaltenstherapie,
Reizkonfrontation mit Reaktionsverhinderung
M. J. Foltys
Psychiatrische Universitätsklinik der Hans-Berger-Kliniken
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Philosophenweg 3
D-07740 Jena
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