VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

Heft 4 - 1999

Christoph Wewetzer, Thomas Jans, Ulrike Bücherl, Anette Neudörfl, Bodo Müller, Beate Herpertz-Dahlmann, Helmut Remschmidt, Andreas Warnke
Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Daten zum Verlauf

Zusammenfassung. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Verlauf der Zwangssymptomatik darzustellen und die psychiatrische Co-Morbidität einschließlich der Häufigkeit von Persönlichkeitsstörungen ehemals zwangskranker Patienten zu beurteilen. Erfaßt wurden alle Patienten, die im Zeitraum von 1982 bis 1991 ambulant oder stationär an den Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitäten Marburg oder Würzburg wegen einer Zwangsstörung in Behandlung waren. 55 Probanden konnten persönlich nachuntersucht werden. Das mittlere Alter bei Erkrankungsbeginn lag bei 12,5 Jahre und der Katamnesezeitraum lag im Mittel bei 11,2 Jahre. Zum Zeitpunkt der Katamnese litten 71% der Nachuntersuchten unter einer psychiatrischen Diagnose, bei 36% bestand noch immer eine Zwangsstörung (OCD). Des weiteren zeigte sich eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung bei 25,5%, eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung bei 21,8% und eine paranoide Persönlichkeitsstörung bei 12,7% der persönlich nachuntersuchten Probanden.

Schlüsselwörter: Zwangsstörungen, Nachuntersuchung, Komorbidität

Dr. Christoph  Wewetzer
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
und Psychotherapie der Universität Würzburg
Füchsleinstr. 15
D-97080 Würzburg


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