| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN Heft 3 - 1999
Verhaltenstherapeutische
Behandlung depressiver Störungen im Alter
Theoretische Begründung, praktische Möglichkeiten und
empirische Ergebnisse
Martin Hautzinger
Zusammenfassung. Verhaltenstherapie mit
älteren Patienten läßt sich aus dem gerontopsychologischen
Meta-Modell der selektiven Optimierung mit Kompensation
ableiten und theoretisch begründen. Verhaltenstherapie für
diese Zielgruppe ist demnach ein systematischer Versuch, durch
Einsatz einer Reihe von therapeutischen Methoden und
Strategien Handlungsspielräume zu erweitern, auf notwendige
Selektion von Zielen und Ansprüchen, auf die Optimierung
vorhandener Ressourcen und die Kompensation möglicher
Defizite hinzuwirken. Diese allgemeinen Formulierungen werden
an der Entwicklung eines psychotherapeutischen Verständnisses
der Altersdepression und einem darin begründeten
Gruppenprogramm für ältere depressive Patienten
konkretisiert und illustriert. Erfahrungen und Ergebnisse
unter verschiedenen Rahmenbedingungen zeigen, daß damit
positive, depressionsreduzierende Veränderungen erreichbar
sind. Die Notwendigkeit, umfangreichere kontrollierte
Therapiestudien durchzuführen, bevor weitreichende
Empfehlungen für die klinische Versorgung gegeben werden
können, wird betont.
Schlüsselwörter:
Gerontopsychologie, Selektion, Optimierung, Kompensation,
Verhaltenstherapie, Altersdepression
Univ. Prof. Dr. Martin Hautzinger
Psychologisches Institut der
Eberhard-Karls-Universität
Abteilung Klinische und Physiologische Psychologie
Reutlinger Straße 12
D-72072 Tübingen
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