| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN Heft 2 - 1999
Stefan Lautenbacher
Zur Notwendigkeit, die Schizophrenie aus einer
neuropsychologischen Perspektive zu verstehen
Zusammenfassung: Die Klinische
Psychologie nimmt von den ausgeprägten
kognitiven Störungen der Schizophrenie
wissenschaftlich wenig Notiz, wie entsprechende
Darstellungen in Lehrbüchern und
Übersichtsartikeln beweisen. Dies bleibt
überwiegend einer neuropsychologisch
orientierten Forschungsrichtung in der
Psychiatrie vorbehalten, deren Relevanz von der
Klinischen Psychologie offenbar beargwöhnt wird.
Die vorliegende Übersicht soll zeigen, wie
wichtig und nützlich eine neuropsychologische
Perspektive auf die Schizophrenie ist, um die
teilweise schwerwiegenden Störungen von
Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutiven
Funktionen sowie ihre neurobiologischen Korrelate
erfassen und sie durch Forschungsansätze der
Kognitiven Psychologie entsprechend erklären zu
können. Die Erfolge neuropsychologischen
Handelns in der prognostischen Diagnostik und der
akuten sowie rehabilitativen Therapie der
Schizophrenie werden dargestellt, und es wird
für eine Öffnung der Klinischen Psychologie zur
Integration einer neuropsychologischen
Perspektive auf die Schizophrenie plädiert.
Schlüsselwörter: Schizophrenie,
Neuropsychologie, Aufmerksamkeit, Gedächtnis,
exekutive Funktionen
Priv.-Doz. Dr. phil.,
Dipl.-Psych. Stefan Lautenbacher
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Philipps-Universität Marburg
Rudolf-Bultmann-Str. 8
D-35033 Marburg
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