| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN Heft 1 - 1999
Michael Myrtek
Psychophysiologische Reaktivität,
Streß, Typ-A-Verhalten und Feindseligkeit als
Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheit
Zusammenfassung.
Psychophysiologische Reaktivität stellt ein
Schlüsselkonzept der psychologischen Streß- und
Typ-A-Forschung zur Entstehung der koronaren
Herzkrankheit (KHK) dar. In diesem Review werden
die methodischen Probleme von
Reaktivitätsstudien sowie die wichtigsten
Ergebnisse zu Typ-A bzw. Feindseligkeit
(hostility), Geschlechtsunterschieden und
Reaktivität von KHK-Patienten dargestellt.
Weiterhin werden prospektive Studien zum Thema
KHK und Typ-A bzw. Hostility sowie Streß
referiert. Die geringe ökologische Validität
von Laborstudien zur Reaktivität sowie
konzeptionelle Schwächen der Typ-A und
Streßforschung lassen eine Beantwortung der
Frage, ob Reaktivität einen Risikofaktor
darstellt, bisher nicht zu. Konsistente
Geschlechtsunterschiede der Reaktivität weisen
jedoch darauf hin, daß es lohnend sein dürfte,
der Frage mit verbesserter Methodik (Feldstudien)
nachzugehen.
Schlüsselwörter: kardiovaskuläre
Reaktivität, koronare Herzkrankheit,
Typ-A-Verhalten, Hostility, psychophysiologische
Untersuchungen, Geschlechtsunterschiede, Streß,
Persönlichkeit, Metaanalyse
Prof. Dr. Michael Myrtek
Forschungsgruppe Psychophysiologie
Psychologisches Institut der Universität
Freiburg
Belfortstr. 20
D-79085 Freiburg
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