VERHALTENSTHERAPIE

& VERHALTENSMEDIZIN

Heft 4 - 1998

Reinhard Pietrowsky, Hans Reinecker, Jan Born

Wirkungen eines Streßbewältigungstrainings auf eine experimentell induzierte Schlafstörung

Einschlafstörungen sind in westlichen Ländern weit verbreitet. Neben einem erhöhten Aktivierungsniveau ist vor allem eine gedankliche Beschäftigung mit emotional belastenden Ereignissen für diese Störung verantwortlich. In der vorliegenden Pilotstudie an 12 gesunden Probanden wurden die Effekte eines kombinierten Entspannungs- und Streßimpfungstrainings (4 Trainingsstunden) auf das Einschlafen und die Schlafqualität nach einer experimentell induzierten emotionalen Belastung (freie Rede) untersucht. Der Schlaf wurde polysomnographisch erfaßt. Die emotionale Belastung führte zu einer signifikanten Verlängerung der Einschlaflatenz und einem signifikanten Anstieg des Cortisols. Im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe zeigten diejenigen Versuchspersonen, die nach der nächtlichen freien Rede das Enstpannungs- und Streßverarbeitungstraining einsetzen konnten, eine verkürzte Latenz bis zum Erreichen des Tiefschlafs, vermehrten Tiefschlaf und niedrigere Cortisolwerte. Die Ergebnisse zeigen, daß die Anwendung eines kombinierten Entspannungs- und Streßimpfungstrainings nach einer akuten emotionalen Belastung die Schlafqualität verbessert.

Schlüsselwörter: Schlaf, Schlafstörungen, Entspannungstraining, Streßimpfung, Cortisol

Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky
Abt. für Klinische Psychologie
Heinrich-Heine-Universität, Universitätsstr. 1
D-40225 Düsseldorf

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