VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

Heft 4 - 1998


Rudolf Wipplinger, Gabriele Amann
Kognitiv-behaviorale Therapie mit Opfern eines sexuellen Mißbrauchs

Im vorliegenden Beitrag wird die kognitiv-behaviorale Therapie mit Opfern eines sexuellen Mißbrauchs im Überblick dargestellt. Erörtert werden die Besonderheiten in der Therapie sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern. Mit der Zwei-Faktoren-Theorie, dem Modell der dysfunktionalen Kognitionen, der Theorie der gelernten Hilflosigkeit und dem Modell des operanten Lernens werden die zentralen Theorien zur Erklärung der Genese und Aufrechterhaltung von Problemen und Störungen bei Opfern eines sexuellen Mißbrauchs dargestellt, welche die Grundlage einer kognitiv-behavioralen Therapie in diesem Bereich bilden. In einem weiteren Abschnitt werden die Ziele der Diagnostik sowie das konkrete diagnostische Vorgehen diskutiert. In der Darstellung der Therapie werden neben allgemeinen Aspekten, wie Selbsterfahrung und Supervision oder der therapeutischen Beziehung, spezifische Therapiestrategien erörtert, die in der Behandlung von Mißbrauchsopfern indiziert sind. Dabei handelt es sich um Strategien, welche die kognitiv-emotionale Verarbeitung des Erlebten unterstützen - Konfrontation und Reaktionsverhinderung und kognitive Umstrukturierung -, sowie um Strategien zum Aufbau von adäquatem Verhalten bzw. zum Abbau von Verhaltensdefiziten.

Schlüsselwörter: kognitiv-behaviorale Therapie, sexueller Mißbrauch, Diagnose, therapeutische Beziehung, Ätiologiemodelle

Dr. Rudolf Wipplinger
Dr. Gabriele Amann
Institut für Psychologie der Universität Salzburg, Hellbrunnerstr. 34
A-5020 Salzburg


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