VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

Heft 3 - 1998

Peter E. Schupp, Anil Batra, Gerhard Buchkremer

Depressive Symptome und Raucherentwöhnung - Ein Vergleich von gruppentherapeutischer und selbsthilfeorientierter Behandlung

Der Erfolg von Raucherentwöhnungsbehandlungen wird häufig durch depressive Verstimmungen beeinträchtigt. Wir untersuchten deshalb bei insgesamt 168 entwöhnungswilligen Rauchern die depressive Symptomatik zu Beginn und am Ende einer verhaltenstherapeutischen oder bibliotherapeutischen Entwöhnungstherapie mit dem Beck-Depressions-Inventar (BDI).

Die Ergebnisse der Studie zeigen, daß eine erfolgreiche Raucherentwöhnung auch bei Rauchern mit leichten oder stärkeren depressiven Symptomen möglich ist. In beiden Behandlungsformen kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der depressiven Symptomatik. Raucher ohne depressive Symptome (BDI <10) profitieren hinsichtlich der Abnahme des BDI-Wertes stärker von einer selbsthilfeorientierten Behandlung, während Raucher mit leichten, mittleren oder schweren depressiven Symptomen in gleichem Maß aus einer verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie bzw. selbsthilfeorientierten Behandlung Nutzen ziehen. In beiden Behandlungsformen nimmt der BDI-Wert bei depressiven Teilnehmern wesentlich stärker ab, wenn sie das Abstinenzziel erreichen. Es gibt für den Verlauf der depressiven Symptomatik innerhalb der Gruppen und zwischen den beiden Behandlungsmethoden keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Schlüsselwörter: Raucherentwöhnung, Depression, Gruppentherapie, Bibliotherapie, Abstinenz

Dr. Anil Batra
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Osianderstr. 24
D-72076 Tübingen

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