VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

Heft 3 - 1998

Doris Topitsch, Ilse Kryspin-Exner, Elisabeth Wurst, Edith Schober
Der Einfluß des Blutzuckers auf die Aufmerksamkeit diabetischer Kinder

Um Schwankungen der Aufmerksamkeit bei Kindern mit Typ-I-Diabetes mellitus in Abhängigkeit vom Blutzuckerniveau zu untersuchen, wurden 38 diabetische Kinder mehrmals - bei Hypoglykämie (< 60 mg/dl), Normoglykämie (60-150 mg/dl) und Hyperglykämie (> 150 mg/dl) - getestet. Dazu wurde ein computerunterstützter Aufmerksamkeitstest (TOVA) verwendet. Die beste Leistung wurde bei geringfügiger Hyperglykämie erzielt, die schlechteste bei Hypoglykämie. Alter, Geschlecht, Manifestationsalter der Erkrankung, Stoffwechselkontrolle und life-events beeinflussen das Ergebnis nicht. Unterschiedliche Leistungen bei den drei Aufmerksamkeitstest-Durchgängen stehen in keinem Zusammenhang mit dem Intelligenztestergebnis. Ein geringes Manifestationsalter und eine schlechte Stoffwechselkontrolle gehen mit schlechteren Subtestergebnissen beim Intelligenztest einher. Konsequenzen für das tägliche Leben diabetischer Kinder werden diskutiert.

Schlüsselwörter: Typ-I-Diabetes mellitus, Aufmerksamkeit, kognitive Leistungsfähigkeit.

Ao. Univ.-Prof., Dr. Elisabeth Wurst
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Ambulanz für Heilpädagogik und Psychosomatik Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien

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