| VERHALTENSTHERAPIE
& VERHALTENSMEDIZIN Heft
2 - 1998
Verhaltenstherapie
bei Tic- und
Zwangsstörungen:
Der Fall
"Judith"
In
der Kasuistik wird eine
Verhaltenstherapeutische
Behandlung bei einer
11jährigen Patientin mit
multiplen Tics und einer
Zwangsstörung
beschrieben. Innerhalb
von 19 Sitzungen wurde
eine vollständige
Remission der Symptomatik
erreicht, was auch von
den Bezugspersonen
bestätigt werden konnte.
Während der
Behandlungsphase kam es
zum Auftreten eines neuen
Tics (Puste-Tic), was ein
entsprechend flexibles
Vorgehen erforderlich
machte. Die Integration
eines
Selbstsicherheitstrainings
sollte einerseits zum
Aufbau eines positiven
Selbstbildes,
andererseits zum Abbau
der ausgeprägten
Ängstlichkeit der
Patientin beitragen. Die
gemeinsame Entwicklung
eines Störungskonzeptes
und die Festlegung von
Therapiezielen sind
wesentliche Schritte, die
vor der
symptomzentrierten
Behandlung durchgeführt
werden müssen. Das
Training inkompatibler
Reaktionen erfordert ein
hohes Maß an
Selbstkontrolle. Da sich
die Patientin aufgrund
des enormen Leidensdrucks
sehr motiviert zeigte,
die gemeinsam definierten
Therapieziele zu
erreichen, gelang ihr die
Generalisation der
Therapieeffekte in den
Alltag nahezu mühelos.
Hans-Jörg
Walter, Franz Petermann,
Sabine Mader, Sarah
Menzel
Schlüsselwörter:
Ticstörung,
Zwangsstörung,
Verhaltenstherapie,
Training inkompatibler
Reaktionen,
Selbstmanagement-Training
Anschrift:
Dr. H.-J. Walter
Kinderambulanz der
Universität Bremen
Grazer Str. 2
D-28359 Bremen
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