VERHALTENSTHERAPIE & VERHALTENSMEDIZIN

Heft 1 - 1998



Kurz- und Langzeiteffekte eines verhaltenstherapeutischen Gruppenprogramms auf die körperliche und psychische Symptomatik depressiver Patienten mit Alkohol- bzw. Medikamentenabusus

Petra Schuhler

Untersucht wurden im Rahmen eines Pre-Post-Vergleichs und einer Ein-Jahres-Katamnese die Effekte einer stationären verhaltenstherapeutischen Gruppenbehandlung von depressiven Patienten, bei denen sich ein sekundärer Alkohol- und Medikamentenabusus entwickelt hat. Das Untersuchungsdesign erlaubte die Wirksamkeit des Behandlungsangebots abzuschätzen, das in der Kombination von üblicher Behandlung in der psychosomatischen Klinik mit einem speziell für die Zielgruppe entwickelten gruppentherapeutischen Vorgehen bestand. Außer den Pre-Post-Untersuchungen bei Klinikeintritt bzw. Entlassung wurden Ein-Jahres-Katamnesen durchgeführt, bei denen auch die Krankenkassendaten über die Arbeitsunfähigkeitszeiten (AU-Zeiten) im Jahr nach der Entlassung im Vergleich mit den Leistungsdateien im Jahr vor Aufnahme erfaßt wurden. Die Ergebnisse zeigen sowohl bei Klinikentlassung als auch in der Ein-Jahres-Katamnese trainingsspezifische Effekte, insbesondere hinsichtlich des Abbaus der depressiven Verarbeitung und des Einstellens des Suchtmittelabusus. Darüber hinaus gleichen sich die AU-Zeiten zum Katamnesezeitpunkt denen der Normalpopulation an.

Schlüsselwörter
Dysthyme Störung, Alkohol- und Medikamentenabusus, Gruppenpsychotherapie, pre-post-design, Katamnese

Anschrift
Dr. Petra Schuhler
Leitende Psychologin an der Psychosomatischen Fachklinik Münchwies
Turmstr. 50-58
D-66540 Neunkirchen


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