W. Rosendahl (Hrsg.)
Tiefenpsychologisch orientierte Arbeitsansätze 
in der Medizinischen Psychologie

Das Buch stellt Denkansätze und Arbeitsprojekte des Institutes für Medizinische Psychologie Halle dar, die paradigmatisch für tiefenpsychologisch orientierte Akzentuierungen der Medizinischen Psychologie angesehen werden können. Dabei findet die Praxisrelevanz der einzelnen Themen besondere Beachtung.

Die Breite der Themenstellungen deutet darauf hin, daß die Medizinische Psychologie als eine humanwissenschaftliche Disziplin deshalb attraktiv und lebendig ist, weil sie biologisch-medizinische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse einschließlich psychodynamisch-tiefenpsychologischer Erfahrungen miteinander verknüpft und unter den Aspekten Erleben und Verhalten für die Anwendung im Gesundheitswesen aufbereitet.

Medizinische Psychologie ist zugleich angewandte Psychologie und Querschnittsdisziplin in der Medizin. Sie ist daher sowohl Grundlagenfach als auch klinische Disziplin. Sie verfügt über ihre eigenen Fachgegenstände in Lehre und Forschung. Ihre klinischen Versorgungsaufgaben in den operativen und konservativen Fächern reichen von begleitenden psychologischen Interventionen bei somatisch erkrankten Patienten bis hin zur Anleitung und Beratung von Ärzten zur Gestaltung einer tragfähigen Arzt-Patient-Beziehung.

Die Medizinische Psychologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat sich aus der klinischen Arbeit heraus entwickelt. Neben einer stark praxisorientierten Lehre wirkt sie in der Forschung an klinisch orientierten Projekten verschiedener medizinischer Disziplinen mit, soweit es hierbei um solche psychologischen Fragestellungen wie die Arzt-Patient-Beziehung, die Krankheitsbewältigung, die Lebensqualität und vieles andere mehr geht.

Dieses Buch zeigt die beabsichtigte Vielfalt der Projekte, wie sie in Halle bearbeitet werden. In dieser Mannigfaltigkeit spiegelt sich das integrative und interdisziplinäre Verständnis des Faches am  Institut für Medizinische Psychologie in Halle wieder, das mit seiner Einbettung in das Zentrum für Psychiatrie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie seine klinische Tradition bewahrt und weiterentwickelt. Besonders erwähnt sei die Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik, vorrangig auch deshalb, weil die Medizinische Psychologie u.E. als angewandte Wissenschaft für den Arzt psychodynamischen Wissens bzw. tiefenpsychologischer Kenntnisse bedarf.

Inhalt:

H. Hennig: Medizin-psychologische Überlegungen zum Wandel von Patienten mit Identitäts- und Beziehungsstörungen in der ärztlichen Praxis

W. Rosendahl: Haut und Psyche - Medizinische Psychologie in der Dermatologie

St. Dauer: Arbeitslosigkeit in der Medizinischen Psychologie

C.-D. Britting: Belastungserleben von Pflegepersonal auf intensivmedizinischen Stationen

C. Pratzka: Möglichkeiten der Abbildung von Interventionseffekten dargestellt an einem Polaritätenprofil bei der Behandlung von Alkoholikern mit dem Katathymen Bilderleben

D. Selle: Medizinische Psychologie in der Zahnheilkunde - Psychologische Aspekte bei Patienten mit Craniomandibulärer Dysfunktion

St. Dauer: Psychodynamische Aspekte der Schuldfähigkeit junger Straftäter

K. D. Hoppe: Schuld, Scham und Strafe - aus tiefenpsychologischer Sicht

H. Hennig: Die verbindende Kraft der Phantasie - Imaginationen als Brücken in der Psychotherapie

S. Bolling: Zum Bedingungsgefüge des Parasuizides - ein Fallbeispiel

F. Ficker: Krankheitsbewältigung und Belletristik

U. Bahrke: Das Psychosomatische Praktikum - Erfahrungen und Reflexionen

 

1995, 132 Seiten, ISBN 3-928057-97-9, Preis:15,- Euro

 

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich

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