Erwin Hauser
Kinder mit Epilepsien

Das Buch behandelt die Probleme der pädiatrischen Epileptologie anhand der Patienten der Anfallsambulanz der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien. Die Ergebnisse:

  • Carbamazepin ist wirksam bei benignen Neugeborenenkrämpfen.

  • Die Prognose von symptomatischen Neugeborenenkrämpfen, bei denen nicht rasch Anfallsfreiheit erreicht werden kann, muß als kritisch angesehen werden.

  • Die Daten bezüglich der frühen infantilen epileptischen Encephalopathie mit Burst-Suppression (EIEE) bestätigen die Angaben aus der Literatur, wonach dieses Syndrom eine schlechte Prognose hat.

  • Vigabatrin ist eine wertvolle zusätzliche therapeutische Option beim West-Syndrom.

  • Fieberkrämpfe haben bei unseren Patienten selten einen wesentlichen Einfluß auf die Entstehung schwer behandelbarer Epilepsien.

  • Beim Lennox-Gastaut-Syndrom ist eine ätiologische Unterteilung sinnvoll, da die Verläufe sehr unterschiedlich sind. Bei Kindern mit zuvor unauffälliger psychomotorischer Entwicklung und keinerlei Anzeichen einer cerebralen Vorschädigung ist bei erzielter Anfallsfreiheit ein gutartiger Verlauf möglich.

  • Bei der gegenwärtigen Syndromdefinition ist eine Differenzierung zwischen der myoklonisch-astatischen Epilepsie und dem Lennox-Gastaut-Syndrom mitunter schwierig.

  • Die Definition des Pseudo-Lennox-Syndroms erscheint sinnvoll, da Patienten mit den beschriebenen Charakteristika kaum einer anderen Syndromgruppe zugeordnet werden können.

  • Die Absencenepilepsie ist bei konsequenter Therapieführung im Kindesalter sehr gut behandelbar.

  • Sultiam ist gleich bzw. sogar etwas besser wirksam als Oxcarbazepin/Carbamazepin in der Behandlung von benignen fokalen Epilepsien des Kindesalters.

Abschließend wird der Stellenwert neuer antikonvulsiver Medikamente in der pädiatrischen Epileptologie diskutiert. Insgesamt legen die Daten nahe, daß Vigabatrin von den neuen Antiepileptika eine quantitativ relevante Rolle bei der Behandlung von Epilepsien im Kindesalter spielt. Ein wichtiger Vorteil dieser Substanz sind die problemlose Handhabung und der rasche Wirkungseintritt, der eine baldige Beurteilung der Effektivität ermöglicht. Es sollte aber nicht außer acht gelassen werden, daß auch mit Lamotrigine und Felbamat bei einzelnen Patienten ausgezeichnete Ergebnisse erzielt werden. Überhaupt scheinen die neuen Antiepileptika eher Lücken der Wirksamkeit der alten Antiepileptika abzudecken, als diese zu ersetzen, was letztlich auch eher im Interesse der Patienten ist.

 

1996, 240 Seiten, ISBN 3-931660-24-9, Preis:15,- Euro
Pabst Science Publishers, Lengerich



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