Ekkehard F. Kleiter
Konflikt und Versöhnung
Über den empirischen Zusammenhang von Konflikt und Versöhnungsbereitschaft bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

2003, 292 Seiten, 
ISBN 3-89967-020-5,
Preis: 20,- Euro

 

Soziale Konflikte und Streit im persönlichen Umfeld und zwischen Interessengruppen sind eine alltägliche und seit Menschengedenken vorkommende Erscheinung. Der Autor sieht allerdings ein Anwachsen der Konflikte. Dies führt er in den westlichen Individualisierungsgesellschaften auf die freiheitliche Selbstbestimmung und die dadurch entstehende Meinungs- und Interessenvielfalt zurück, die einerseits zu begrüßen ist, andererseits aber auch egozentrisch-egoistische Strebungen freisetzt. Nun sind Konflikte nicht an sich zu vermeiden, sondern es ist zwischen konstruktiven und destruktiven Konflikten zu unterscheiden. Konflikte sind durch ein konstruktives Konfliktmanagement zu gestalten. Der Autor führt zur Reduzierung und Beherrschbarkeit von Konflikten das Konstrukt der Versöhnungsbereitschaft im weltlichen Sinne ein. Der Grad der Versöhnungsbereitschaft entscheidet über die Wahl der Konfliktstrategie (Streitanstiftung/Kampf/Aggression, konstruktives Konfliktmanagement, Vermeidung/Harmonisierung, Nachgeben/Rückzug) und regelt das Verhalten vor, während und nach einem Konflikt. Versöhnlichkeit fördert die Konfliktreduzierung, führt zu Deeskalation; Unversöhnlichkeit verschärft und befördert die Konflikteskalation. Versöhnungsbereitschaft ist eine zentrale Einstellungsgröße bei der Regulation von Konflikten und der Anwahl von Verhaltensstrategien.
Das Buch bringt einerseits ein ausführliches Literaturreferat, das in ein Konflikt- und Versöhnungsmodell mündet und andererseits eine empirische Untersuchung über Fragebögen mit 1892 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aller Schul- und Bildungsgrade. Ergebnis sind ein Konflikt- und Versöhnungstest mit 6 Untertests, Kategorien (Faktoren) im Umgang mit Konflikten sowie Typen der Friedfertigkeit, des Konfliktmanagements und der Konfliktanstiftung. Vorkommen/Häufigkeiten und Verursachung werden herausgearbeitet. Das Modell lässt sich über Pfadanalysen statistisch belegen. In einem Ausblick werden ergänzende gemeinschaftsförderliche Konfliktmanagementstrategien für weiterführende Untersuchungen aufgezeigt.

Interessenten: Psychologen (z.B. der Richtungen: Konflikt- und Aggressionspsychologie, Sozialpsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie, Pädagogische Psychologie, Persönlichkeitspsychologie, psychologische Beratung, Mediation und Konfliktmanagement u.a.), Pädagogen, Soziologen, Politologen und alle Personen, die mit dem Umgang mit Konflikten zu tun haben.

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich

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