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Jürgen Collatz (Hrsg.) |
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2010, 340 Seiten, |
Die Situation der Familien in Deutschland erscheint im
internationalen Vergleich auffällig und verbesserungswürdig. Die
Anforderungen an Mütter und Kinder führen immer häufiger zu
Überlastungen und in Folge zu gesundheitlichen Störungen und
Fehlentwicklungen. Immer mehr Mütter und Kinder, insbesondere in
Einelternfamilien, sind von Armut und Ausgrenzung betroffen. Neueste
repräsentative empirische Ergebnisse weisen auf eine "neue Morbidität"
hin, bei der Erschöpfung, psychische Störungen und sich früh
chronifizierende Erkrankungen dominieren. Diese Entwicklungen verlangen
eine inhaltliche Neuorientierung der Gesundheitsversorgung von Müttern
und Kindern, denn vielfach können diese gesundheitlichen Störungen nur
im Rahmen der Familie wirksam behandelt werden. Diagnostik und Therapie
müssen sich mehr auf die multifokalen Anforderungen der
Familiengesundheit konzentrieren. In Deutschland sind
familienmedizinische Angebote unterentwickelt und mangelhaft finanziert.
Bisher werden familienmedizinische Angebote atomisiert in
verschiedensten Fachbereichen vorgehalten, die zudem miteinander
konkurrieren statt zu kooperieren. Erschöpfte Mütter und ihre Kinder
benötigen zumeist aber multifokale, umfassende Hilfen (case management),
die leicht erreichbar sein müssen. Mit präventiven und frühen
rehabilitativen Maßnahmen sind besonders hohe und nachhaltige Effekte
für Mütter, Kinder und Familien zu erzielen. Internationale Studien
zeigen, dass eine familienmedizinisch orientierte Versorgung bedeutend
effektiver und kostengünstiger wäre. |
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Pabst
Science Publishers |
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